
GEOLOGIE (NACH EXNER; HÄUSLER;
TOLLMANN; 1995)
Im Riedingtal berühren sich zwei sehr unterschiedliche
tektonische Einheiten: das im Norden liegende Unterostalpin (Bereich der Radstätter
Tauern) und die südlich angrenzende Nordrahmenzone des Tauernfensters (Schieferhülle)
mit unterostal-pinen Schollen. Im äußerten Südwesten ragt noch
die periphere Schieferhülle der Zederhausschuppe in das Naturparkgebiet.
UNTEROSTALPIN
Ein Großteil der nördlichen
Talseite im Riedingtal liegt in der unterostalpinen Zone. Die schroffen Formen
und steilen Wände der kalkalpinen Bereiche, heben sich deutlich von der Schieferhülle
der Hohen Tauern ab. Die markanten Verwitte-rungserscheinungen (Dolinen, Karst,...)
beleben das Landschaftsbild auf ein-drucksvolle Weise (vgl. Abb. 6.1).
GESTEINSARTEN
DES UNTEROSTALPINS
Wettersteindolomit, Dolomitmarmor: Mosermandl,
Rothorn, Wildkarhöhe
Kalkmarmor, Mergelschiefer: Bereich Zaunerkar,
Franz-Fischer-Hütte
Lantschfeldquarzit: Bereich Esserseen
NORDRAHMENZONE
DES TAUERNFENSTERS
Die Nordrahmenzone des Tauernfensters ist vergleichsweise
inhomogen aufge-baut und mit dem Unterostalpin stark verschuppt. Besonders häufig
tritt der Wech-sel zwischen penninischen und unterostalpinen Schollen im Bereich
der Weißgru-benscharte auf. Eine klare, scharfe Grenzziehung zwischen den
beiden tektoni-schen Einheiten ist nicht möglich. Innerhalb der Nordrahmenzone
dominieren wei-che Schiefer und Phyllitte. Aufgrund ihres morphologischen Aufbaus
sind diese Gesteinsarten besonders erosionsanfällig (vgl. Abb. 6.2). Markant
treten die kalk-alpinen Schollen der Riedingspitze und des Weißecks hervor.
GESTEINSARTEN DER NORDRAHMENZONE
Phyllit, Quarzschiefer:
Bereich Jakoberalm, Schöpfing, Haselloch, Jägerspitze
Dolomitmarmor
und Wettersteindolomit: Riedingspitze, Weißeckmassiv
PERIPHERE SCHIEFERHÜLLE (PENNIN)
Im Bereich
der Jägerspitze und des Nebelkarecks treten Grünschiefer in Wechsel-lagerungen
mit Kalkschiefern und Schwarzschiefern auf.
GLAZIALE ÜBERFORMUNG
Das geomorphologische Erscheinungsbild des Riedingtals wurde wesentlich durch
die glaziale Überformung in den Eiszeiten mitbestimmt. Die Gletscher reichten
bis in eine Höhe von über 2000 Meter hinauf und hatten eine Mächtigkeit
bis 1000 Meter. Die Eismassen im Zederhaustal hingen mit den Nachbartälern
zusammen. Die gewaltige Kraft der Gletscher bearbeitete und formte die Landschaft.
Im hinteren Riedingtal erkennt man deutlich das durch den Gletscher geformte Trogtal
(U-Form). In den höheren Regionen bildeten die Eismassen Kare und ho-belten
die Scharten zu den Nachbartälern aus.
MINERALIEN UND ERZE
Im Riedingtal wurde bis Ende des 18.
Jahrhunderts Kupfer abgebaut (vgl. Kap. 6.5.2). Heute ist das Riedingtal unter
Mineraliensammlern und –händlern vor allem ob seines Reichtums an Mineralien
(Flussspat und Bergkristalle) beliebt. Da die frei zugänglichen Kristalle
zunehmend seltener werden, sind immer häufiger illega-le Abbaumethoden (vgl.
Kap. 4.7) zu beobachten (Sprengungen,...). Im Bereich zwischen Weißeck und
Riedingspitz hat dieser Schwarzabbau schon bedenkliche Ausmaße angenommen.

| • Leitlinien |
| • Flora |
| • Fauna |
| • Landnahme |
| • Wegenetz |
| • Jagd |
| • Gebietsbeschreibung |

